DWP Monday Trending jpg

Vor der Debatte / Ahead of the Debate

Am heutigen Abend findet die erste von insgesamt drei Debatten zwischen Donald Trump und Hillary Clinton, den aussichtsreichsten Bewerbern um das US-Präsidentenamt, statt. Obwohl der Wahlkampf, einschließend der Vorwahlen, scheinbar seit Ewigkeiten andauert, beginnt die wirklich heiße Phase erst jetzt. Bedenkt man, wie personenorientiert eine solche Wahl in den USA abläuft und welche Vollmachten ein US-Präsident (ob tatsächlich oder bloß gefühlt) beispielsweise im Vergleich mit der deutschen Bundeskanzlerin hat, darf man davon ausgehen, dass die Debatten einen großen Einfluss auf die Wahl im November haben werden. Ein Patzer im ersten Duell – von welcher Seite auch immer – wird in den kommenden Wochen mit Sicherheit endlos rauf und runter gespielt werden.

Die Voraussetzungen für Trump und Clinton sind dabei äußerst unterschiedlich. Sieht man davon ab, dass beide aus New York stammen bzw. dort schon lange ansässig sind, auf unterschiedliche Weise das Establishment der Stadt repräsentieren und zu den unbeliebtesten Politikern des Landes zählen (sowohl Trump als auch Clinton erreichen Unbeliebtheitswerte um die 60%), gibt es nicht allzu viele Gemeinsamkeiten. Bei Trump, einem Pionier des Reality TVs, zweifelt niemand an seinem Unterhaltungswert sowie an seinen Fähigkeiten, sich als Marke zu verkaufen. Für ihn wird es vor allem darum gehen, sein Temperament zu zügeln und “präsidial” zu wirken. Auch könnte er in Schwierigkeiten geraten, wenn er mit allzu vielen Sachfragen konfrontiert wird, auf die er gerne eher allgemein antwortet. Clinton dagegen ist eine absolute Washington-Insiderin, die Fakten und Zahlen in- und auswendig beherrscht – dies dürfte sowohl ihre Stärke, wie auch ihre Schwäche im Duell mit Trump sein, der in erster Linie frustrierte Wähler anzieht, die vom Politik-Establishment die Nase voll haben. Für sie dürfte die wesentliche Herausfoderung lautet, möglichst sympathisch und “menschlich” herüberzukommen.

Vor wenigen Tagen gab Trump bekannt, nicht allzu viele Fakten zu pauken, weil dies seine Spontaneität stören könnte. Wer aber will einen spontanen Präsidenten, der über Krieg und Frieden zu entscheiden hat? Clinton dagegen äußerte kürzlich, die Hälfte von Trumps Anhängern sei “kläglich”. Darf sich so eine Person ausdrücken, die nach dem höchsten Regierungsamt strebt? Ob sich die beiden Kandidaten heute Abend zu ähnlichen Aussagen hinreißen lassen, wird einen entscheidenden Einfluss auf ihr Image in den letzten Wahlkampfmonaten haben.


Tonight, the first the first of three face-to-face debates between Donald Trump and Hillary Clinton, the two main US presidental candidates, will be taking place. Even though campaigning, including the primaries, seems to have been going on for ages, the truly “hot phase” will be kicking off tonight. Considering how personality-focused American presidential elections are and how powerful an American president (whether really or just perceived) is compared to, i.e. the German chancellor, the debates are expected to have a significant impact on the election in November. Any blooper in the first debate – no matter who makes it – will be repeated endlessly in the weeks to come.

The starting positions for Trump and Clinton are anything but similar, although there are a few parallels. Both are representing New York’s establishment, albeit in different ways, and are amongst the country most unpopular politicians with disapproval ratings close to 60 percent. Trump, a reality TV pioneer and a master salesman, is expected to deliver an entertaining performance. His main challenge will be to behave in a serious way and to control his sometimes erratic personality. He could als get into trouble once confronted with too many technical questions, which he prefers not to answer in a direct way. Clinton, on the other hand, is a total Washington insider, who knows all kinds of facts and numbers – this could be both her advantage and disadvantage in the duel with Trump, who primarily appeals to voters who are “fed up” with the political establishment. The main task for her will be to come across as a sympathetic person.

A few days ago, Trump said that he would not be studying too many facts ahead of the debates because this might harm his spontaneity. But who wants a spontaneous president, who must decide war and peace? Clinton recently called half of Trump’s supporters “deplorable”. Is this a way a future president should be expressing herself? Whether the candidates will make similar statements tonight, will have a major influence on their images in the last months of campaigning.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *