(Kremlin.ru)

Kürzlich diskutiert in Berlin: Russland und Deutschland – In Hassliebe verbunden?

Am Donnerstag, den 28. Juli von 19 bis 21 Uhr diskutierten rund 100 Gäste mit den Experten Heino Wiese, Unternehmer und Honorarkonsul der Russischen Föderation in Hannover, und Prof. Dr. Klaus Segbers, Inhaber des Lehrstuhls für Osteuropa-Studien an der Freien Universität Berlin über die deutsch-russischen Beziehungen. Die GIZ-Hauptstadtrepräsentanz (Reichpietschufer 20, 10785 Berlin) stellte uns freundlicherweise Räumlichkeiten

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sind widersprüchlich. Einerseits wird mit Militärmanövern und Drohungen von beiden Seiten Härte und Abschreckung signalisiert, andererseits ist von freundschaftlichen Absichten und Dialogbereitschaft die Rede. Deutsch-Russische Beziehungen haben eine lange Tradition und waren oft nicht einfach. Aber seit dem ukrainischen Regierungsumsturz 2014, der Krim-Annexion durch Russland, dem Aufflammen der Kämpfe im ostukrainischen Donbass sowie den anschließend verhängten Sanktionen und Gegensanktionen scheinen die Fronten verhärtet. Zudem unterstützen Russland und die westlichen Staaten verschiedene Seiten im Syrischen Bürgerkrieg. Deutschland versucht einen Spagat. Es will einerseits den eigenen Verpflichtungen als Bündnispartner im Rahmen der NATO gerecht werden und als Vermittler in der Ukrainekrise wirken und andererseits freundschaftliche Beziehungen zu Russland pflegen. „Was wir jetzt nicht tun sollten, ist durch lautes Säbelrasseln und Kriegsgeheul die Lage weiter anheizen“, sagte Außenminister Steinmeier der „Bild am Sonntag“ anlässlich der verstärkten NATO-Manöver im Osten Europas. Diese Äußerung offenbarte die Uneinigkeit in Politik und Bevölkerung darüber, wie Deutschland mit Russland umgehen sollte.

Unsere Experten waren:

Heino Wiese ist seit 2006 Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Wiese Consult GmbH, mit einem Schwerpunkt auf deutsch-russische Wirtschaftsbeziehungen. Herr Wiese berät deutsche Unternehmen in politischen Fragen und pflegt enge Kontakte zur russischen Regierung. Jüngst wurde er zum Honorarkonsul der Russischen Föderation in Hannover ernannt und setzt sich seither verstärkt für die Verbesserung deutsch-russischer Beziehungen ein. „Es wurden auch von Seiten der westlichen Länder, und insbesondere vom damaligen EU-Präsidenten Barroso viele Fehler gemacht. Jetzt gilt es wieder zueinander zu finden. Deutschland darf sich nicht drängen lassen gegen eigene Interessen Russland weiter auszugrenzen. Vor allem die aggressive Nato-Rhetorik ist zurückzuweisen! “, sagt Wiese. Heino Wiese ist auch Vorstandsmitglied des Deutsch-Russischen Forums und war von 1998 bis 2002 SPD-Bundestagsabgeordneter.

Prof. Dr. Klaus Segbers ist Politikwissenschaftler und Inhaber des Lehrstuhls für Osteuropa-Studien sowie Professor für Internationale Beziehungen am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Zu seinen Arbeits- und Forschungsschwerpunkten zählen Außenpolitik, Globalisierung, Transformationen im Vergleich sowie Osteuropa. Der Russlandexperte kommentiert und analysiert die derzeit angespannten deutsch-russischen, sowie deutsch-europäischen Beziehungen. „Es geht darum, jetzt klarzumachen, dass die klare Verletzung der Nach-Kalte-Kriegs-Ordnung absolut inakzeptabel ist“, sagt Segbers in Bezug auf Russlands Politik in der Ukrainekrise. „Wie die Gründe auch immer liegen mögen – nichts rechtfertigt die Annexion der Krim und die grobe Einmischung in der Ostukraine.“ Seit 2007 leitet er das von ihm gegründete Center for Global Politics und ist daneben regelmäßig als Gastdozent u.a. in Stanford, New York, Moskau und Shanghai tätig.

Moderation: Boris Schneider (Discussing World Politics)

Hier geht’s zum Facebook-Event: Russland und Deutschland – In Hassliebe verbunden?

 

Wir bedanken uns bei dem Fotografen Felix Zahn

wird. http://felixzahn.com/index.html

(Bild: Kremlin.ru)

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